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Vorstand Willi Göbel leider verstorben

Willi Göbel wird beim TSV Bad Königshofen an vielen Stellen fehlen
Von Rudi Dümpert
31.07.2022, MAINPOST v. 1.7.2022

Der TSV Bad Königshofen trauert um ein verdientes Vereinsmitglied, einen Mitarbeiter, der durch seinen plötzlichen und unerwarteten Tod nicht nur eine, sondern mehrere Lücken hinterlassen hat: Willi Göbel (72) war im ganzen Landkreis und weit darüber hinaus durch sein Engagement im sportlichen, wie auch im gewerkschaftlichen und politischen Bereich bekannt.
Keiner kam an ihm vorbei, ohne sich zu legitimieren oder seinen Eintritt zu bezahlen, wenn der Platzkassier am Sportplatz an der Aubstädter Straße am Kassenhäuschen das Ticket bereit hielt – meistens begleitet von einer freundlichen Bemerkung, immer von einem Vergelt´s Gott. Göbel war seit 15 Jahren der legitime Nachfolger des legendären Hans Hager, einer jener Menschen, die sich mit Hingabe und nachhaltig für die Gemeinschaft einsetzen.

Unkomplizierte Art
Dass Göbel gleichzeitig als Platzordner fungierte, verstand sich fast von selbst. Dabei kam ihm sein Schlichter- und Problemlöser-Talent zugute. "Wenn es zu Auseinandersetzungen oder problematischen Diskussionen kam, übernahm Willi die Regie und ließ mit seiner unkomplizierten Art auch mal Fünf grade sein, was schneller zur Lösung führte" erklärt Thomas Angermüller, Kassier des Jugend-Fördervereins "Kön-Kickers". Und er hatte ein Herz für die kleineren, weniger gut betuchten Leute oder Turniermannschaften: "Wenn er das gemerkt hat, gab´s halt mal einen Euro, eine Bratwurst oder einen Gutschein mehr als vereinbart."
Wenn so eine Persönlichkeit in einem Verein plötzlich und für immer ausfällt, muss schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden. "Das Problem bei Willi ist, dass es ohne ihn gleich mehrere Löcher zu stopfen gilt", erklären Thomas Angermüller und Alexander Buchs, Schriftführer des Jugend-Fördervereins "Kön-Kickers". Dessen Gründungs-Vorsitzender war Göbel seit 2011 bis zu seinem Tod. Für das Sportheim spielte er ebenfalls eine wichtige Rolle. Für den "Frühschoppen" ging ohne ihn als Schlüsselinhaber nichts. Er kam als Erster, schloss auf, setzte den Kaffee auf und ließ die Ersten rein. "Er war auch der Erste am Platz oder in der Halle, wenn Jugendturniere durchgeführt wurden, hat den Kaffee gekocht, die Begrüßungen vorgenommen und am Ende wieder zugeschlossen."

Nur in Stuttgart war er nie
Er organisierte für die Jugendlichen Fahrten zu Bundesligaspielen und hatte bis auf eines alle Stadien besucht. Als Unterwegs-Verpflegung gab es die rund 70 von Willi Göbel geschmierten und belegten Brötchen. "Nur in Stuttgart war er noch nie", verrät Alexander Buchs. Den Beschluss, in die dortige Arena zu fahren, fassten die beiden anlässlich ihres Einsatzes bei der Feier des 160+1-jährigen Jubiläums des TSV Bad Königshofen Ende Juni.
Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten spielten Göbel und der Jugend-Förderverein "Kön-Kickers" eine nicht unbedeutende Rolle. Für vier Junioren-Altersklassen organisierten sie Fußballturniere, an denen Mannschaften aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus teilnahmen. Der Erlös, so der Wunsch von Willi Göbel, sollte natürlich wie immer der Jugendarbeit zugute kommen.
Aus der letzten Fahrt wurde nichts
Nur diesmal nannte er sofort zwei konkrete Verwendungszwecke. "Ich versprach ihm, Kontakt mit dem VfB Stuttgart aufzunehmen für die nächste, letzte Fahrt. Es ist leider nichts mehr daraus geworden." Im Dezember, so haben Buchs, Angermüller und Marco Schüler, der zweite Kickers-Vorsitzende, beschlossen, soll ein Willi-Göbel-Gedächtnisturnier für Jugendliche durchgeführt werden. Was aber jetzt schon umgesetzt wurde, war der Verwendungszweck Nummer 2 des vom Förderverein erwirtschafteten Reingewinns. Für die 1400 Euro wurden 75 Bälle für die U7-, U9-, U11- und U13-Junioren angeschafft." Zwei Tage vor seinem Tod wurden sie geliefert.
Es sind mit dem Tod von Willi Göbel gleich mehrere Posten beim TSV Bad Königshofen, Abteilung Fußball, neu zu besetzen.

AB | 1/8/2022

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AB | 6/1/2017
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